Fiction: Warten

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Es war schachmatt für mich, fast immer in zwei Zügen. Und so rollen sie am Boden entlang. Die einsamen Figuren. Solange bis ich sie aufsammle, solange bis ich wieder verliere. Wir mögen es zu spielen. Die ungleiche Partie.

Also warte ich. Warte, dass ein Wunder passiert.

Du bindest mir die Augen zu, so dass ich die Sicht auf Klarheit verliere. Schwarz wird es um mich. Dumpf und still. Ich drehe mich und lasse mich vom Schwindel treiben.

Also warte ich, warte bis ich wieder deutlich sehen kann.

Du nimmst die Augenbinde ab. Benebelt greife ich ins Leere. Du nimmst ein Seil und knotest mir die Hände zu. Du widmest dich den Beinen.

Also warte ich, warte bis ich wieder laufen kann. 

Du lachst und ziehst das Schachbrett vor. In einem Zug. Schachmatt.

Du streichelst an meinen Haaren. Neigst dich zu mir runter. Ich spüre deine Hand an meinem Mund.

Also warte ich, warte ich bis wieder atmen kann.

M.

 

 

 

 

 

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