Thoughts: Verschütteter Wein

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Wie viele meiner Gedanken sind nur verschütteter Wein? Versprechungen für eine leere Zukunft, die nur zu Flecken wurden. Sie werden immer da sein, um mich daran zu erinnern, wer ich war und welches Leben ich damals angestrebt habe. Sie kommen aus einer Zeit, in der ich immer daran dachte, wie viel ich bereits erreicht hatte. Mein junger Verstand konnte nicht zusammenbrechen, das Glück war immer durch das Versprechen der Zeit präsent. Ich sah die kommenden Tage wie Sternbilder hoch oben am Nachthimmel.

Was gibt es da herauszufinden?
Wie lange würde es dauern, bis ich dort ankomme?
Wie klein war ich im Vergleich zu ihnen, wie groß kann ich werden?

Die Straßen damals waren so lang und breit, jeder Baum auf dem Weg war so grün, jeder Vogel, der entlang des Autos flog, war so frei, jeder Sonnenuntergang am Horizont war so schön. Die Luft war weicher auf der Haut, und es roch nach frischer Farbe auf einer Leinwand. Jetzt bin ich weiser. Jetzt bin ich trauriger. Die Worte meiner Mutter klingen in meinem Kopf nach. Worte des Zufalls, der Angst, des Verlustes. Wir werden zu Feiglingen. Ich bin jetzt das, was Jemand anderes vor mir war. Stille Revolte einer wiederholten Lüge.

Könnte Jemand noch das Feuer im Inneren sehen, indem er mich anstarrt?
Wie lange würde es dauern, bis diese Person etwas sieht?

Ich stelle mich in einem schwarzen Raum vor, in dem ich die Welt durch die Rückseite meiner Augen sehe. Es sind zwei U-Boot-Fenster, und alles, was ich durch sie sehe, ist verschwommen und still. Aber unter meinen Füßen, in diesem schwarzen Raum, spüre ich immer noch die Wärme, etwas ist noch da, ein unberührter Fluss von Emotionen, der darauf wartet, durch die Kruste meines ängstlichen Fleisches zu brechen. Und es besteht immer noch die Hoffnung, dass ich eines Tages meine alten Lieder mit dem gleichen Gefühl hören werde, als ich sie zum ersten Mal hörte. So viele von uns fürchten das Commitment, weil wir es als eine Falle empfinden. So viele von uns sitzen in der Falle, dass sie für immer keine Verpflichtungen haben.

Nun, was soll ich tun?
Ist es tatsächlich möglich, frei zu sein?
Was ist es eigentlich, sich selbst gegenüber ehrlich zu sein?
Gegen all die hasserfüllten Meinungen immun zu sein?

All der Hass, den wir als Erwachsene empfinden, ist der Ersatz unserer Tränen, wenn wir Kinder sind.

Ist Freiheit der Akt des Loslassens von etwas oder der Akt des Festhaltens an etwas?

Ich möchte glauben, dass wir etwas Größeres als uns Selbst schaffen können, indem wir uns von den Wegen befreien, die durch die unnatürlichen Wege dieser alten stagnierenden Zivilisation geschaffen wurden. Um unser Sein durch Beispiel zu verewigen. Um zu zeigen, dass etwas so weitaus Größeres möglich ist, um Träumen nachzugehen. Aber jetzt, jetzt rufen die Sterne nach uns.
Und verschütteter Wein ist nicht der Rede wert, nicht der Erinnerung..
Es gibt eine Zeit für die Erinnerung, aber diese Zeit ist nicht die Gegenwart.

P.

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Läuft Dir die Zeit auch zu schnell davon?
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