Entzug

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Trüb meine Tage, nebelig mein Verstand. Verdunstet mein Ich. Verschmolzen zu Dir.  Wir zwei – eins gemeinsam: Unsere Leere.
Ich kannte keinen Atem, denn es war deiner.
Keine Bewegung, denn du liefst.
Jedes deiner Worte durchdrungen in meinen Körper. Jede Betäubung verwachsen in meine Haut.


Du schmeißt mit Öl, während ich mich in dem Feuer wälze.
Du reichst mir alles, aber es nicht genug.

Lass mich mehr spüren.
Lass mich brennen.
Du tauchst mich unter, so das mir der Atem fehlt. Schwarz wird es um mich.
Dumpf und still. Ich schlage um mich und lasse mich vom Schwindel treiben.
Weit wird es um mich, weit und klar.

Also hoffe ich, hoffe ich dass ich nicht ertrinke.

Du trägst mich nicht. Es ist das Wasser.
Du willst mich stumm. Du willst mich blind.
Paralysieren willst du mich.
Press noch mal nach, zieh und zerre an mir.

Also hoffe ich, hoffe dass ich nicht ersticke.

Du bindest mir die Augen zu, so dass ich die Sicht auf Klarheit verliere.
Du nimmst die Augenbinde ab. Benebelt greife ich ins Leere. Du nimmst ein Seil und knotest mir den Körper zu. Du knotest fester, bis ich reglos werde.

Also warte ich, warte bis ich wieder laufen kann.

M.

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