Fiction: Blüte der Zeit Kapitel III

Ich war immer anderer Meinung als mein Herz. Es zog immer zu den dunklen Enden meines Geistes, wo das Unmögliche mich von der Stille des mich umgebenden Lebens fern hielt. Immer benehmende Kreaturen, so kontrolliert und gerade. Misshandlung und Fehlverhalten der Wahrheit. Die Welt braucht mehr als die Dinge, die sie bisher hatte. Veränderung sollte das oberste Ziel für uns sein.

Der helle Frühlingsnachmittag hatte sich nun in einen magisch leuchtenden Abend verwandelt.

Evolution. Zyklen unterbrechen, Risse öffnen sich, neue Triebe sprießen. Ich war nicht so, bis jetzt nicht. Mich selbst einen Träumer zu nennen und seine wahre Bedeutung zu ignorieren, reicht nicht mehr aus. Solche Chancen kamen vielleicht nur einmal, und in all meinen Fehlern war ich immer noch mutig. Mutig genug, um Ja zu zu etwas zu sagen, was ich noch nicht weiß, aber das ich weiß, es würde meine Ängste auf die richtige Bahn lenken. Wir sprachen stundenlang. Der helle Frühlingsnachmittag hatte sich nun in einen magisch leuchtenden Abend verwandelt. Die Möwen hatten ihren Raum endlosen Sperlingsschwärmen gegeben, alle im Einklang. Sie sagten allen in der Stadt, dass Einheit ein Gleichgewicht schaffen kann. Liebe. Ich habe ihnen zugehört. “Ich kann euch hören, meine lebhaften Freunde.” – dachte ich. Immer noch auf ihre Augen starrend. Je mehr ich sah, desto mehr durchbohrten sie meine Seele. Ich fühlte, wie ein Fluss versuchte, meine harte Schale aus Stein zu brechen, sie würde bald durchkommen und nie aufhören zu fließen. Die Wahrheit, die aus unseren Lippen kam, magnetisierte uns.

Solch Liebe macht den Menschen demütig gegenüber seinen Gedanken. Er gibt sich hin. Hier bin ich, nackt zu dir. Der Blick eines Liebhabers lügt nicht. Es ist der Spiegel von einer Million Wahrheiten, die durch seinen Körper fließen. “Nimm sie. Nimm mich” – dachte ich weiter, als die Nacht mit einer flüsternden Brise kam und mir ihren Duft brachte. Ich konnte nie wieder davon loskommen. Das würde ich nie wollen.

Bald darauf trennten wir uns von allen. Die Nacht war nur unsere. Wir fühlten uns immer noch im Kampf gegen die Zeit. Wann würde ich sie wieder sehen? Ich konnte den Mangel an ihrem Augenlicht nicht akzeptieren, ich muss ihr mein Ganzes und all meine Zeit geben. Ich war bereit, ihr bis zum innersten Kern der Erde oder bis zur äußersten Ecke des Universums zu folgen.

Ich hörte alle Dichter, die vor mir kamen, lang und breit, sprachen mich an, schrien, ihre Stimme hallte in meinem Kopf, als ob wir alle in einer Kathedrale wären. Sie sagten mir, ich solle sie halten und nie wieder loslassen. “Nimm ihre Hand! Berühre ihr Haar und schau ihr direkt in die Augen!” – Sagten sie. Die Liebe schuf Poesie, aber in dem Moment, in dem sie sich zwischen zwei Seelen bewegt, sind Worte bedeutungslos und machtlos. Es ist dieser rohe Moment des reinen Instinktes, der uns als die Wesen definiert, die wir sind.

Wir verbrachten den Rest der Nacht damit, jeden Zentimeter unseres Körpers einander vorzustellen. Jeder Zentimeter der Haut wurde als das letzte Paradies empfunden, das erobert wurde. Die Berührung unserer Lippen war das lang erwartete Versprechen einer Welt mit Zukunft.

Ich werde mich immer an diesen Tag und diese Nacht erinnern, und ich werde ihnen nie angemessene Worte geben, um sie zu beschreiben. Der Mann, der ich jetzt bin, hätte nie davon geträumt. Nicht von mir selbst. Nein. Wir sind viel zu klein für das, was unsere Sinne fühlen können. Aber ich habe mich entschieden, sie zu akzeptieren. Das war mein Sieg im Leben.

Nach dieser Nacht gab es nur noch eine weitere Schnur, die ich schneiden musste.
Es gab kein Zurück mehr von dem, was kommen würde.

P.

Lies hier
Kapitel 1 von Blüte der Zeit
Kapitel 2 Blüte der Zeit

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