Thinkpiece: Werte zum Abgucken

Vielleicht haben es einige von euch bereits mitbekommen. Vergangenen Monat hatte ich Fernweh und es zog mich nach Vietnam. Kennt ihr unseren Artikel schon, in dem ich über meine Gedanken hierzu schreibe? Ich will es nicht bestreiten, das Leben in Vietnam ist definitiv anders. Es ist überwältigend. Was ich sofort bemerkt habe, es ist nicht nur in der Art und Weise anders, sondern auch in der Einstellung. Unsere Mission ist es unter anderem ein bisschen Licht und Sonne in deinen Tag zu bringen daher für dich vier Gründe, was wir uns von den Vietnamesen unbedingt abgucken sollten.

  • (Selbst)vertrauen

Zu sagen, dass der Verkehr chaotisch ist, ist vielleicht ein bisschen untertrieben. Selten habe  ich so viele Roller und Autos auf ein mal gesehen. Kreuz und quer, aufeinander, gegeneinander, ineinander. Sie fahren Roller mit Kindern, zu dritt, zu viert. Manchmal sogar mit Hunden anderen Tieren oder riesigen Möbelstücken. Warum auch nicht? Und das in einer Geschwindigkeit, die weitaus schneller ist, als mein Gehirn das verarbeiten kann. Ich habe 20 Minuten gebraucht, um eine einzige Straße zu überqueren. Ob die Ampel grün oder rot leuchtet ist hier irgendwie nebensächlich. Und als ich dann mit einem Roller-Taxi vollgepackt durch diesen Verkehr in Hanoi gefahren bin, dachte ich endgültig ich würde sterben. Trotz meiner Angst, bin ich jedoch nie gestorben. Und trotz der unzähligen Male, in denen ich dachte andere würden sterben, passierte zum Glück auch nichts. Das Vertrauen, das die Vietnamesen mit in ihren Alltag bringen, ist faszinierend. Das Vertrauen in sich und andere. Und das hängt auch mit dem nächsten Punkt zusammen.

  • Ruhe und tiefe Gelassenheit

Lasst es mich an einer Situation beschreiben. Inmitten dieses turbulenten Verkehrs läuft eine etwas ältere Frau mit ihrem Gemüsestand vorbei. Sie überquert seelenruhig die Straße und läuft so langsam, als würde sie einen entspannten Abendspaziergang im Park machen und blendet den Verkehr links und rechts neben sich komplett aus. An der Ecke reißt ihr Korb und das gesamte Gemüse wandert über die Straße. Ohne auch nur eine Sekunde dem Verlust hinterherzutrauen, ohne in Panik auszubrechen, sammelt sie langsam das Gemüse Stück für Stück wieder auf. Genauso langsam wie zuvor. Einige eilen zur Hilfe und sie lächelt ganz warm. Das Tempo um sie rum ändert sich kaum, es bleibt chaotisch. Sie jedoch behält eine Gelassenheit, die ich selten in meinem Leben erlebt habe. 

  • Im Moment sein

Die selbe Woche saß ich in einem kleinen Café und schrieb ein paar Zeilen. Es regnete in Strömen. Sofort fiel mir ein Mönch in seinem Gewand auf, der vor einem kleinen Laternenladen saß. Vielleicht war es der Regen, der ihn so sehr faszinierte, wahrscheinlich war er immer so. Ein paar Stunden saß er am Straßenrand und machte nichts anderes als die Schnelllebigkeit der Großstadt zu beobachten. Dabei bewegte er sich kaum, sondern lächelte mit so einer Zufriedenheit, die ihn zum leuchten brachte. Beim beobachten, hatte ich das Gefühl er könnte die Zeit anhalten. Und sogar inmitten dieses Chaos, konnte ich seine tiefe Entspannung und seine Freude spüren. Das Grau erschien mir nicht so trist und auch der Regen hatte etwas so poetisches. Für ein paar Stunden gab es nichts anderes als die Stadt, den Moment und ihn.

  • Liebe statt Wut zu wählen

Etwas was mir am meisten aufgefallen ist, ist die Liebe hier. Unglaublich hilfsbereite Menschen und dazu lachen sie so viel und das mit so viel Herz. Sie lächeln jedem auf der Straße zu, sie machen ständig Witze und nehmen das Leben auf eine ganz natürliche Art und Weise entspannt und leicht. Meiner Meinung nach, gehört sehr viel Stärke und Selbstvertrauen dazu, Europäern oder jedem anderen westlichen Ländern vorurteilsfrei zu begegnen. Bisher sind mir Vietnamesen so liebevoll und hilfsbereit entgegengekommen. Mit so viel Herzlichkeit. So viel Frieden und so viel Mitgefühl ihrem Umfeld gegenüber entgegenzubringen davon können wir definitiv lernen. 

Was waren deine größten “Reise – Learnings”?
Erzähl uns mehr davon in den Kommentaren.

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Text:
Masha is the founder of Literaa Poetry and the better half of Pedro.
She likes to write columns and lifestyle topics and takes care of the editorial staff.
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