Fiction: Eine Freundschaft

Du sagtest du wolltest noch so viele Sommer mit mir verbringen.
Du wolltest noch so viel mehr sehen.
„Die Welt, die Ferne.“ Sagtest du.
Mit mir.
Du wolltest den salzigen Geschmack des Ozeans schmecken,
baden im Meer der Gefühle.
Du wolltest fliehen vor der Realität,
überall sein, nur nicht mit dir Selbst.
„Also lass uns gehen, sofort!“
Schriest du. Du warst schon immer eine Faszination für mich.
Faszinierend schön und gefährlich.

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Fiction: Goldene Steppen Kapitel 1

ICH WAR NIE BESONDERS GUT IN ABSCHIEDEN

Ich spürte immer einen bitteren Nachgeschmack, wenn ich Jemanden sah, von dem ich gerne ging. Nicht etwa, weil ich sie vermissen würde, sondern weil ich von Zeit zu Zeit auf Trauer stieß. Es war, weil ich nie ausdrücken konnte, wie sehr ich mich für sie interessierte. Es war immer schwer für mich als Kind Emotionen zu zeigen. Ich fühlte mich immer nackt und verletzlich, wenn ich es tat. So sehr ich anders sein wollte, niemanden zu enttäuschen, sie nicht glauben lassen, dass ich eine Art Soziopath bin.

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Thinkpiece: Gestrandete Seelen

 „Ich bin seit 10 Jahren hier.“
Sagt er und nippt an seinem Bier. Wie kommts?“ Frage ich mit einem Lächeln.
„Ich weiß nicht. Ich war am reisen und bin hier irgendwie stecken geblieben. Und nun sind es 10 Jahre.“ Er lacht und schaut verlegen in die Weite. Man sah ihm die 10 Jahre durchaus am Körper an. Er war sowohl gealtert aber auch jung geblieben. Braun gebrannt aber voller sichtbarer Narben. Jede Narbe, eine eigene Geschichte. Jede Geschichte mit ihren unverheilten Wunden. Er wollte jünger rüberkommen, als er war. Stärker, als er je sein würde. Wir schweigen kurz.
Mein Blick wandert auch über den Strand. Ich verlor mich in der Tiefe. 

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Fiction: Frühling des Lebens Kapitel IV

Lieben heißt loslassen. Wir sind nur so frei, wie es unsere Vorstellungskraft es auch zulässt. All diese klischeehaften Gedanken gingen mir durch den Kopf. Nach dieser Nacht zweifelte ich alles an. Ich hätte schwören können, dass in mir etwas zerfallen ist. Es war ein Gewicht, das von mir abfiel. Ich kannte es nicht, so leicht zu leben. Grenzenlos. Bei jedem Schritt, den ich machte, fühlte ich, dass ich in einen Abgrund fallen würde. Es war berauschend und furchterregend.

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Fiction: Blüte der Zeit Kapitel III

Ich war immer anderer Meinung als mein Herz. Es zog immer zu den dunklen Enden meines Geistes, wo das Unmögliche mich von der Stille des mich umgebenden Lebens fern hielt. Immer benehmende Kreaturen, so kontrolliert und gerade. Misshandlung und Fehlverhalten der Wahrheit. Die Welt braucht mehr als die Dinge, die sie bisher hatte. Veränderung sollte das oberste Ziel für uns sein.

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Fiction: Blüte der Zeit Kapitel II

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Prokrastination: In einer Traumwelt gefangen zu sein, die uns daran hindert, unsere Träume in ihrer Echtheit zu leben. Mein bisheriges Leben war ein stetiger Monochord-Rhythmus, zwei Akkorde, die sich Tag und Nacht wiederholen. Immer denke ich daran, wie das Lied weitergehen würde. Als ich mich an diesem Frühlingsnachmittag umdrehte, um sie anzusehen, hörte ich die Saiten brechen, keine Musik mehr. Nichts mehr. Mein Körper wurde völlig taub. 

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Fiction: Die Blüte der Zeit Kapitel I

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Ich habe Möwen gegen Raben eingetauscht. In meinem Rucksack hatte ich drei Tage lang Kleidung und eine Zahnbürste. In meinem Herzen, ein Leben lang Träume. Ich habe zu lange darauf gewartet, und ich frage mich, warum…. Ich will nicht denken, dass ich zu lange in meinen Ängsten, in einem bloßen Klischee gefangen war, oder? Ich meine, wenn ich mir die Kakerlaken in meinem Kopf so bewusst sind, hätte ich es besser wissen müssen, nicht wahr?

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Fiction: Entzug

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Trüb meine Tage, nebelig mein Verstand. Verdunstet mein Ich. Verschmolzen zu Dir.  Wir zwei – eins gemeinsam: Unsere Leere.
Ich kannte keinen Atem, denn es war deiner.
Keine Bewegung, denn du liefst.
Jedes deiner Worte durchdrungen in meinen Körper. Jede Betäubung verwachsen in meine Haut.

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Thoughts: Verschütteter Wein

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Wie viele meiner Gedanken sind nur verschütteter Wein? Versprechungen für eine leere Zukunft, die nur zu Flecken wurden. Sie werden immer da sein, um mich daran zu erinnern, wer ich war und welches Leben ich damals angestrebt habe. Sie kommen aus einer Zeit, in der ich immer daran dachte, wie viel ich bereits erreicht hatte. Mein junger Verstand konnte nicht zusammenbrechen, das Glück war immer durch das Versprechen der Zeit präsent. Ich sah die kommenden Tage wie Sternbilder hoch oben am Nachthimmel.
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Thoughts: Ich bin naiv und das ist gut so

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“Bei dem Wort Liebe fangen meine Augen an zu glühen.”

Ich bin naiv. Sogar sehr. Früher ist das nicht so aufgefallen, da konnte ich das noch auf mein Alter schieben. Da war es noch gerechtfertigt. Kindlicher Leichtsinn halt. „Ja gut, sie ist ja noch 17, sie lernt das schon noch“, haben sie damals gesagt. Mittlerweile bin ich 27 und es ist kein Stück besser geworden. Dieses Kopfschütteln. Immer dasselbe. Und dazu noch dieses leicht angedeutete Lächeln und dieses: „Süß.“ Continue reading “Thoughts: Ich bin naiv und das ist gut so”