Thinkpiece: Vom Märchen der Angst

ie kann nicht atmen. Versucht nach Luft zu schnappen. Ein Seil schnürt sich um ihre Kehle. Sie versucht sich loszulösen. Mit jedem Atemzug fühlt sie die Enge. Der Puls bleibt stehen, wenn er sie berührt. Millionen von Insekten, die krabbeln, kriechen und sich in auf ihrem Körper verbreiten. Wenn er langsam über ihre Schulter streicht, zuckt jedes ihrer Glieder zusammen.

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Soul Talk: Vier Berliner Singles packen aus

Knapp mehr als die Hälfte der Berliner sind Singles. Mehr als die Hälfte schwirrt in Berlin alleine rum, sucht, ist verzweifelt oder wunschlos und zufrieden. Nach dem Artikel „Ich bin alleine – aber nicht einsam“ habe ich viel über das Alleinsein und über das Singleleben nachgedacht. Vor allem, ob es vielen Menschen so ergeht wie mir. Interessant waren die verschiedenen Reaktionen meiner Befragten. Viele sahen in der Frage „Bist du gerne alleine?“ eine Art Anschuldigung. „Aber bin ich doch nicht“, antworteten sie mir. Ich war gezielt auf der Suche nach Menschen, die mich und meine Gedankenwelt verstehen. Singles, die das Alleinsein genießen. Vier Menschen, vier Gefühlswelten.
Und eine Gemeinsamkeit: Wir sind alle gerne alleine. Wir sind alle glücklich.

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Soul Talk: Toxisch gefährlich – Lauras Geschichte

INTERVIEW MIT LAURA (ALIAS). TEXT: Masha

Eine toxische Beziehung ist eine ungesunde Beziehung, die sehr viel Energie beansprucht. Ich weiß es, ich war in einer. Ich habe ihn damals in Paris getroffen, er selbst war aber aus Berlin. Nach zwei Monaten lud er mich ein, zu ihm zu ziehen. Also planten und organisierten wir alles zusammen und ich zog zu ihm in die Hauptstadt. Obwohl wir uns so wenig kannten, fühlte sich alles so unfassbar echt und intensiv an. Sein Leben beeindruckte mich, es war spannend und reizvoll aber gleichzeitig auch chaotisch und verplant. Er ist DJ und Produzent und daher jedes Wochenende ununterbrochen unterwegs.

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Gute Neuigkeiten!

++++ UPDATE ++++

Wegen ein paar Komplikationen müssen wir das Veröffentlichungsdatum auf den
01.09 verschieben. An alle Newsletter Abonnenten: Ihr bekommt rechtzeitig Bescheid.
Hoffe ihr versteht das!

Hey Schönheit,

Pssst.. An alle, die nicht genug von uns kriegen! Literaa Poetry ist ganz bald auch in deinen Ohren. Wie bitte?! Du hast richtig gehört. Wir starten bald mit unserem eigenen Podcast. So wie Berlin international ist, wird auch unser Podcast zweisprachig sein. Mal auf Deutsch, mal auf Englisch. Falls die Nachfrage da ist, übersetzen wir die Podcast Folgen und sorgen für Untertitel, so das jeder alles mithören kann. Ist das nicht cool?
Was hälst du davon?

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Fiction: Eine Freundschaft

Du sagtest du wolltest noch so viele Sommer mit mir verbringen.
Du wolltest noch so viel mehr sehen.
„Die Welt, die Ferne.“ Sagtest du.
Mit mir.
Du wolltest den salzigen Geschmack des Ozeans schmecken,
baden im Meer der Gefühle.
Du wolltest fliehen vor der Realität,
überall sein, nur nicht mit dir Selbst.
„Also lass uns gehen, sofort!“
Schriest du. Du warst schon immer eine Faszination für mich.
Faszinierend schön und gefährlich.

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Fiction: Goldene Steppen Kapitel 1

ICH WAR NIE BESONDERS GUT IN ABSCHIEDEN

Ich spürte immer einen bitteren Nachgeschmack, wenn ich Jemanden sah, von dem ich gerne ging. Nicht etwa, weil ich sie vermissen würde, sondern weil ich von Zeit zu Zeit auf Trauer stieß. Es war, weil ich nie ausdrücken konnte, wie sehr ich mich für sie interessierte. Es war immer schwer für mich als Kind Emotionen zu zeigen. Ich fühlte mich immer nackt und verletzlich, wenn ich es tat. So sehr ich anders sein wollte, niemanden zu enttäuschen, sie nicht glauben lassen, dass ich eine Art Soziopath bin.

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Thinkpiece: Gestrandete Seelen

 „Ich bin seit 10 Jahren hier.“
Sagt er und nippt an seinem Bier. Wie kommts?“ Frage ich mit einem Lächeln.
„Ich weiß nicht. Ich war am reisen und bin hier irgendwie stecken geblieben. Und nun sind es 10 Jahre.“ Er lacht und schaut verlegen in die Weite. Man sah ihm die 10 Jahre durchaus am Körper an. Er war sowohl gealtert aber auch jung geblieben. Braun gebrannt aber voller sichtbarer Narben. Jede Narbe, eine eigene Geschichte. Jede Geschichte mit ihren unverheilten Wunden. Er wollte jünger rüberkommen, als er war. Stärker, als er je sein würde. Wir schweigen kurz.
Mein Blick wandert auch über den Strand. Ich verlor mich in der Tiefe. 

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Fiction: Frühling des Lebens Kapitel IV

Lieben heißt loslassen. Wir sind nur so frei, wie es unsere Vorstellungskraft es auch zulässt. All diese klischeehaften Gedanken gingen mir durch den Kopf. Nach dieser Nacht zweifelte ich alles an. Ich hätte schwören können, dass in mir etwas zerfallen ist. Es war ein Gewicht, das von mir abfiel. Ich kannte es nicht, so leicht zu leben. Grenzenlos. Bei jedem Schritt, den ich machte, fühlte ich, dass ich in einen Abgrund fallen würde. Es war berauschend und furchterregend.

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Fiction: Blüte der Zeit Kapitel III

Ich war immer anderer Meinung als mein Herz. Es zog immer zu den dunklen Enden meines Geistes, wo das Unmögliche mich von der Stille des mich umgebenden Lebens fern hielt. Immer benehmende Kreaturen, so kontrolliert und gerade. Misshandlung und Fehlverhalten der Wahrheit. Die Welt braucht mehr als die Dinge, die sie bisher hatte. Veränderung sollte das oberste Ziel für uns sein.

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Fiction: Blüte der Zeit Kapitel II

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Prokrastination: In einer Traumwelt gefangen zu sein, die uns daran hindert, unsere Träume in ihrer Echtheit zu leben. Mein bisheriges Leben war ein stetiger Monochord-Rhythmus, zwei Akkorde, die sich Tag und Nacht wiederholen. Immer denke ich daran, wie das Lied weitergehen würde. Als ich mich an diesem Frühlingsnachmittag umdrehte, um sie anzusehen, hörte ich die Saiten brechen, keine Musik mehr. Nichts mehr. Mein Körper wurde völlig taub. 

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