Fiction: Oscars Tag Teil II

Mit jedem Besuch alterte sie immer mehr, mit jenem Mal verließ sie auch die Schönheit. Ihre Augen waren rot angelaufen und glänzend, wenn sie ihm Gegenüber saß. Er wusste, dass es seinetwegen war und auch das es nicht das Einzige Mal war wo er sie zum weinen gebracht hat. Als er sie damals heiratete liebte…

Thoughts: In the middle of nowhere – Warum sind wir so lost?

„Ich weiß noch nicht, was ich machen möchte.“ Das ist einer der häufigsten Sätze, die ich in Berlin höre, wenn es um Partnerschaften, den Beruf oder ums Leben geht. „Vielleicht ist es besser, wenn wir gucken, wohin es läuft, was sich ergibt. Schauen wir mal.“ Das klingt plausibel: Dinge geschehen und auf sich zukommen zu…

Fiction: Oscars Tag Teil I

Kurzes Vorwort: Ich liebe Oscar Wilde. Und eine zeit lang habe seine gesamte Biografie gelesen, seine Bücher gelesen und ihn als Person schon fast verschlungen. Das ist eine kleine Geschichte zu ihm, aus meiner Perspektive. Ein Monolog aus der Zeit im Gefängnis.

Fiction: Vom Märchen der Angst

Sie kann nicht atmen. Versucht nach Luft zu schnappen. Ein Seil schnürt sich um ihre Kehle. Sie versucht sich loszulösen. Mit jedem Atemzug fühlt sie die Enge. Der Puls bleibt stehen, wenn er sie berührt. Millionen von Insekten, die krabbeln, kriechen und sich in auf ihrem Körper verbreiten. Wenn er langsam über ihre Schulter streicht,…

Fiction: Warten

Es war schachmatt für mich, fast immer in zwei Zügen. Und so rollen sie am Boden entlang. Die einsamen Figuren. Solange bis ich sie aufsammle, solange bis ich wieder verliere. Wir mögen es zu spielen. Die ungleiche Partie. Also warte ich. Warte, dass ein Wunder passiert.

Fiction: Endstation

Sie mochte den Geruch vom Zug, besonders den, der alten Polstersitze. Es machte ihr auch nichts aus, dass das gemusterte Leder verraucht und nach schlechtem Essen und Alkohol roch. Mittlerweile bemerkte sie den Geruch nicht mehr. Sie mochte das Schaukeln und das Gefühl kurz vor dem Losfahren.

Fiction: Die schwarze Witwe

Dicht an sich gehalten, bis zur Lähmung, bis sich keiner mehr regen konnte Sie wusste sie an der Hand zu haben. Wusste die Zügel zu halten, den richtigen Schachzug auszuspielen. Das konnte sie schon immer. Sie hatte das Spinnennetz immer weiter gesponnen, hatte ihre Beute stets eng und dicht an sich gehalten, bis zur Lähmung,…